Wollen Sie mich belehren?

Das #Fahrradwetter in diesem Jahr war bislang recht ordentlich, 1300 Kilometer kamen so für mich bereits zusammen. Allesamt gesammelt auf dem Weg zur Arbeit. Die meisten Trips waren dabei sehr entspannt, wozu sicher auch die recht konfliktarme Strecke von meiner Haustüre zur Arbeitsstelle beiträgt. Na klar: Rotlichtsünder, Knapp-Überholer und Anhuper trifft man dann und wann, aber meist kann man die ignorieren. Auch Radfahrer sehe ich gelegentlich, die in die falsche Richtung, ohne Licht oder sonst irgendwie haarsträubend falsch unterwegs sind. Es sind zum Glück wenige, ich komme gut damit klar. Weiterlesen

Aufwachen, Würzburg!

Durch eine Barriere versperrter Radweg

„Es führt ein Weg nach nirgendwo.“ – Scheinbar das Motto der Radverkehrsplanung in Würzburg?

Die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Test 2014 liegen vor. Die Zahlen für Würzburg sind ernüchternd. Dabei hat die Stadt sich einiges vorgenommen: Sie möchte fahrradfreundlich werden, den Anteil des Radverkehrs bis von 2013 bis 2018 um satte fünf Prozentpunkte steigern. Die Realität sieht anders aus: Mit 517 Bewertungen lag die Beteiligung 2014 deutlich höher als zwei Jahre zuvor (421), das Ergebnis ist aber unverändert schlecht: Immer noch der letzte Platz unter den Städten in Bayern mit 100.000 bis 200.000 Einwohnern.
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Von Tempo 30 auf 180 in Sekunden

Der Stadtrat hat heute beschlossen, dass auf der Löwenbrücke Tempo 30 gelten soll. Wie ich finde eine gute Entscheidung. Natürlich wurde der Beschluss unter dem Eindruck des schweren Unfalls gefasst, der sich dort am Montag ereignet hat. Und natürlich ist er ein Stück weit Symbolpolitik, denn auch ohne Beschränkung kann eigentlich auf der Brücke nicht schneller gefahren werden.

Erhellend – und besorgniserregend – finde ich viel eher viele Diskussionsbeiträge zum Thema auf Würzburg Erleben und bei den einschlägigen Mainpost-Artikeln. Ein Beispiel: „Die Unfähigkeit einzelner soll nicht dafür hergenommen werden, alle abzustrafen.“ – Ja wo sind wir denn? Ist denn Tempo 30 eine Strafe? Ist es zu viel verlangt, mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren?

Natürlich war der Unfall ein tragischer Einzelfall, natürlich kann so etwas jederzeit und auch an anderer Stelle passieren. Aber deshalb kann man nicht ernsthaft etwas dagegen haben, dass hier nach vernünftigen Regelungen gesucht wird!

Eine sehr anschauliche Grafik, warum Tempo 30 sinnvoll ist, wenn Fahrzeuge auf Fußgänger treffen findet sich übrigens hier:

 

Nach Tempo 30 braucht es nun aber noch ein vernünftiges Konzept, wie die Löwenbrücke künftig befahren werden kann. Es bleibt weiter viel zu tun!

Die Zukunft des Frauenlandes – Gesamtstädtisch

Gestern twitterte ich schon, dass ich es etwas befremdlich fand, von Rottenbauer aus über eine Sache im Frauenland abzustimmen:

Und ich hatte auch dargelegt, dass ich zunächst überlegt hatte, mich den 35 ungültigen Stimmen anzuschließen. Ich hatte es dann doch nicht getan, sondern mit „nein“ gestimmt. Vor allem, nachdem ich mich mit den Argumenten der Gegner auseinandergesetzt hatte: Weiterlesen

Obsoleszenz bei Motorola

Vor kurzem diskutierte man in den Medien die so genannte „geplante Obsoleszenz“, also die bewusste Gestaltung von Produkten, so dass sie nicht wesentlich länger als bis zum Ende der Garantie funktionieren. Mein Handy – ein Motorola Defy, das ich am 11.03.2011 gekauft habe, hat zwar einen austauschbaren Akku, aber offensichtlich plant man hier auch eine nicht allzulange Produktlebenszeit ein. Meine Erfahrung: Weiterlesen

Alles neu macht der, äh, Januar

Dieses Blog besteht nun schon sieben Jahre, auch wenn es so viele Einträge hat, wie andere Blogs in einer Woche. Aber es ist ein Herzensprojekt. Also wird es weiterleben. Und von Dingen erzählen, die uns interessieren und die sich rund um Würzburg abspielen. Rund um Würzburg ist dabei auch recht allgemein zu verstehen, und darf auch ganz weit weg von Würzburg sein.

Weil sich den alten Namen „Rue Clou à Ker Jynn“, der eine Verbindung unserer früheren Nicknames im IRCnet und unserer Liebe zur Bretagne dargestellt hat, sowieso niemand merken konnte heißt es jetzt einfach:

Rund um Würzburg!
http://rundumwue.de

Fahrradinfos auf wuerzburg.de – Ein Wegweiser

Wo finden sich Informationen zum Radverkehr in Würzburg? An wen kann ich mich zum Beispiel wenden, wenn ich als Radfahrer ein Anliegen habe, das ich bei der Stadt vorbringen möchte? Und welche Radwege bringen mich als Alltagsradler sicher in die Stadt?

Diese Informationen könnte man zunächst auf der offiziellen Internetseite der Stadt Würzburg vermuten. Dort finden sich auch viele Informationen, leider aber nicht so strukturiert und gebündelt, dass man sie schnell findet.

Immerhin findet sich schon auf der Startseite ein Link „Radverkehr“. Der findet sich im Seitenfuß, unter der Rubrik „Verkehr“, beinhaltet aber lediglich Informationen zu den diversen Fernradwegen, die Würzburg aus den unterschiedlichsten Richtungen treffen. Informationen zu den innerstädtischen Wegen? Hier zunächst Fehlanzeige.

Eine Suche auf der Seite führt aber weiter: Auch die zuständige Abteilung für Stadtentwicklung bietet Informationen auf einer eigenen Webseite. Hier ist ein Sammelsurium unterschiedlicher Informationen geboten. Man erfährt, wo das Hauptroutennetz verläuft, alle Brücken werden aufgeführt, auch die Löwenbrücke, die man als Radfahrer sicher besser nur schiebend überquert und der Sebastian-Kneipp-Steg, der nicht für den Radverkehr freigegeben ist und daher auch nur schiebend überquert werden kann (falls jemand weiß, warum freue ich mich über einen Kommentar). Nach allgemeinen Informationen folgt ein Link zum Fahrradparkplatz, den es offensichtlich ab Mitte April 2013 wieder geben wird. Eine gute Sache.

Sucht man etwas weiter finden sich weitere interessante Informationen, gerade für die kalte Jahreszeit: Die Stadtreiniger halten Informationen zu den Winterradverkehrsrouten bereit. Vielleicht sind die Informationen aber nicht ganz aktuell, zumindest zeitweise war der Radweg im Rottenbaurer Grund im Dezember gestreut, es war da also nicht notwendig, die Straße zu benutzen.

Ein wichtiges Gremium für die Entwicklung des Radverkehrs ist der Radverkehrsbeirat. Leider finden sich hier weniger Informationen. Außer der Satzung finden sich versteckt ein paar wirklich interessante Informationen. Darunter ist zum Beispiel die Vorplanung zur Radachse 1, die von der Sanderau zum Hubland führt. Die Informationen sind von 2011, leider lassen sich keine aktuelleren Entwicklungen finden. Vielleicht würde es sich lohnen, den Verkehrsentwicklungsplan einzusehen, was laut dieser Seite möglich sein soll. Vielleicht schaffe ich das mal.

Vielleicht schaffe ich es auch einmal, bei der Arbeitsgruppe Radverkehr der Lokalen Agenda 21 vorbeizuschauen. Dort scheinen sich Alltagsradler zu treffen, die etwas bewegen wollen, wie auch auf der eigenen Webseite der Arbeitsgruppe zu lesen ist.

Aber wie kann ich jetzt einen Mitarbeiter der Stadt erreichen, der für den Radverkehr zuständig ist? Leider ist kein Ansprechpartner benannt. Vielleicht funktioniert es, wenn man an die allgemeine „Info“-Kontaktadresse sendet. Ich werde es einfach ausprobieren.

Fahrradhauptstadt Würzburg? Schön wär’s!

Die Mainpost berichtet: Am Röntgenring kommt ein Radweg, der auf die Bedürfnisse von Radlern wirklich Rücksicht nimmt. Parkplätze müssen weichen. Das Ende der Welt naht?

Welch ein Durchbruch! Würzburg baut einen Radweg an einer Stelle, die vorher schon ein Radweg war, der aber mehr schlecht als recht befahrbar war, und der schon gar nicht StVO-konform war. 36 Parkplätze müssen weichen, eventuell 67. Jetzt (18.12.2012, 10:15) haben vier Parkhäuser in der unmittelbaren Umgebung noch deutlich mehr freie Plätze. Die Welt geht davon offensichtlich nicht unter. Und Frau Schloßareck vom Bürgerforum befürchtet, dass Würzburg Fahrradhauptstadt werden will. Schön wär’s!

Würzburg ist mit der bislang recht einseitig auf die Bedürfnisse des Autoverkehrs ausgerichteten Verkehrsplanung in eine Sackgasse geraten. Mit den Alternativen ÖPNV und Fahrrad könnte man da wieder rauskommen. Dazu braucht es Mut, den ich den Stadtratsmitgliedern wünsche. Vielleicht klappt es dann auch mit der Radlhauptstadt. Aber der Weg dahin ist lang. Und voller Schlaglöcher.